Chronik - Entstehung der Feuerwehrabteilung Meßstetten ...

Auszüge aus dem Protokollbuch der Feuerwehr Meßstetten

Entstehung einer Freiwilligen Feuerwehr am 18. April 1923

Als im Herbst 1922 in Balingen eine Bezirksfeuerwehrversammlung tagte, an welcher aus hiesiger Gemeinde der Kommandant der Feuerwehr Meßstetten, Weißmann, teilnahm, wurde dort der Gedanke wachgerufen, in Meßstetten wie in allen anderen größeren Gemeinden der Bezirks bereits geschehen, an die Neubildung einer freiwilligen Feuerwehr heranzutreten und Kommandant Weißmann mit der Bildung der Sache beauftragt.

Dieser stellte nun das Ersuchen an den hiesigen Gemeinderat und bat um Unterstützung und Mithilfen an der Gründung einer freiwilligen Feuerwehr. Diese wurde auch sofort zugesagt und sogleich mit allem Ernst an die Bildung einer zuverlässigen und gut geschulten Feuerwehr herangetreten. Es wurde nun das Feuerwehrdienstalter festgelegt und auf die Lehrgänge zwischen dem 20. - 35. Lebensjahr festgesetzt. Es wurde nun durch die Ortsschelle alle feuerwehrpflichtigen Männer zu einer Versammlung ins alte Schulhaus eingeladen und Herr Schultheiß Maier übernahm die Leitung der Versammlung. Als Grundlage zu einer Neubildung der Feuerwehr wurden die Statuen der Freiwilligen Feuerwehr Winterlingen vorgelesen und nach der gleichen Art soll die hiesige Feuerwehr aufgebaut werden. Als Abgabe jährlich für Feuerwehrpflichtige und nicht Dienstleistende wurde die Summe von 4.000 Mark vorgemerkt und gilt je nach Geldentwertung. Als diensttuende Feuerwehrleute auf 5 Jahre verpflichteten sich etwa 70 Mann.

Es wurde nun sofort zu den Wahlen geschritten, welche ergaben:

1. Kommandant Karl Kiesinger, Nadler

2. Kommandant August Ude

Als Schriftführer Gottlieb Rominger, Nadler

In den Verwaltungsrat wurde vom Gemeinderat gewählt:

Als Kassier Johannes Roth, Lagerhalter

Als Geräteverwalter Herman Eppler, Werkführer

Als weitere Mitglieder im Verwaltungsrat wurden von der Feuerwehrmannschaft gewählt:

Eugen Ast und Albert Weißmann

Am 22. April war die neugebildete Feuerwehr zum ersten mal ausgerückt und wurde nun in Züge eingeteilt:

Als Zugführer im 1. Zug wurde gewählt:

Gottlob Eppler, als Ersetzender Friederich Blickle

Im 2. Zug Albert Weißmann, Ersetzender Gotthilf Fritz

Im 3. Zug Friederich Roth, Ersetzender Friederich Eppler

Im 4. Zug Friederich Kästle, Ersetzender Wilhelm Stengel 

Erster protokollierter Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Meßstetten am 30.01.1926

 Nach 3- jähriger friedlicher Arbeit unserer Feuerwehr mußte nun gleich der erste Monat des angefangenen Jahres zur Geltung bringen, ob sich jeder einzelne Mann im wirklichen Ernst seiner Pflicht und Verantwortung bewußt ist. Am Samstag den 30. Januar nachmittags kurz nach 4 Uhr läuteten die Glocken Sturm und schon sah man aus dem Haus des verstorbenen Jakob Stengel (Hansjakobeles) und von dessen Kindern bewohnten Anwesens dicke Rauchwolken aufsteigen, welche verrieten, dass der Brand im Scheuerwesen ausgebrochen sein mußte und unter diesen Umständen an eine Rettung, da noch größere Futtervorräte an Heu und Stroh aufgespeichert waren, gleich von vorn herein nicht zu denken war. Im Eilmarsch rückte nach wenigen Minuten auch schon die Feuerwehr heran und nun kam zu allererst darauf an, die beiden dicht angrenzenden Anwesen des Martin Gerstenecker, Händler und des Karl Eppler, Sattler vor dem wütenden Element zu schützen. Eine Freude war es nun zu sehen, wie jeder einzelne Mann auf seinem Platze war und wie sie sich mühten, des Feuer Herr zu werden was ihnen auch in kurzer Zeit vollauf gelang und konnten die angrenzenden Eigentümer beruhigt sein, dass ihr Anwesen gerettet waren. Um 9 Uhr, war der Brandherd eingedämmt und konnte die Feuerwehr unter Zurücklassen einer Wachmannschaft entlassen werden.

Bezirksfeuerwehrtag am 18.09.1927 in Meßstetten

Am 18. September war alljährlicher Bezirksfeuerwehrtag, verbunden mit einer Hauptinspiezierung  der hiesigen Feuerwehr durch Inspektor Heinz aus Balingen. Um 8 Uhr morgens war Alarm der Feuerwehr und um 8.15 Uhr war die Feuerwehr vollzählig auf dem Antrittsplatz, wo selbst auch Inspektor Heinz trotz strömenden Regens, welcher nur durch kurze Unterbrechungen den ganzen Tag über abhielt, erschienen war und alsbald seine erregte Kommandostimme ertönen ließ, was wohl auf ein Mißverständnis in Frage "Antrittszeit" infolge eines Telefongespräches zurückzuführen ist, da der Feuerwehr erst um 8.30 Uhr Antritt befohlen war, was aber rasch erledig war. Nun begann der eigentliche Anfang der Arbeit mit einem Gottesdienst um 8:30 Uhr an dem die ganze Feuerwehr geschlossen teilgenommen hat.

Während dessen die Prüfung des Feuerwehrmagazins, der Geräte und Bücher durch Hernn Inspektor Heinz unter Hinzuziehung des Verwaltungsrats vorgenommen wurde. Um 9:30 Uhr, sofort nach Schluß des Gottesdienstes, wurden Marsch- und Schulübungen vorgenommen, bei welchen sämtliche Kommandanten und Delegierte von alen Feuerwehren des ganzen Bezirks und auch einiger unserer badischen Nachbargemeinden, sowie auch Feuerlöschinspektor Mogg aus Meßkirch mit seinen Adjudanten als Vertreter der Feuerwehr Stetten am kalten Markt zugegen waren. Durch ruhiges und besonnenes Arbeiten konnte sich die Feuerwehr hier die Anerkennung sämtlicher Zuschauer erwerben. Um 10:30 Uhr war Schluß der Vormittagsübung und wurde nun von einem Vetreter einer Fabrik für Feuerlöschgeräte eine Kleinmotorspritze vorgeführt, die auch von 2 Mann getragen werden kann, welche uns aber ganz verblüffende Arbeit zeigte. Um 11:00 uhr war Beginn der Sitzung des Bezirksfeuerwehrausschusses im Gasthaus zur Schwane hier und war die Feuerwehr bis 13:45 Uhr entlassen.

Um 13:45 Uhr stand die Feuerwehr wieder auf dem Platz und nun kam die eigentliche Hauptübung des Tages, ein Angriff auf das neue Schulhaus. Durch Alarmruf wurde die Feuerwehr auf den Platz gerufen und sollte nun unter den Augen einer kollosalen Zuschauermenge, meistens Feuerwehrleute des Bezirks, die alle zum Feuerwehrtag nach Meßstetten gekommen waren und auch der Nachbargemeinden Hartheim und Heinstetten, ferner die Vertretung des Balinger Oberamts, Zeugnis von Ihrem Können abzulegen. Wieder wars hier ein ruhiges, ohe Lärm von sich gehendes Arbeiten, was sich besonders hervorhob, als sich die Motorspritze, die auch zugegen war, zuerst gar nicht in Takt zu bringen war. Lobende Anerkennung seitens des Herrn Inspektors Kretschmer als Vertreter des Oberamts belohnten auch hier die Arbeit der hiesigen Feuerwehr. Da verschiedene Feuerwehren des Bezirks mit Musikkapellen erschienen waren, wurde ein Umzug gemacht, der infolge immer stärker einsetzenden Regens bälder abgebrochen werden musste, als geplant war. Als Taggeld wurden 2 Mark pro Mann aus der Feuerwehrkasse ausbezahlt. 

Chronik Feuerwehr Meßstetten 

Nach § 2 des Feuerwehrgesetzes von Baden Württemberg hat die Feuerwehr bei Schadenfeuern (Bränden) und öffentlichen Notständen, die durch Naturereignisse, Einstürze, Unglücksfälle und der gleichen verursacht sind, Hilfe zu leisten und den einzelnen und das Gemeinwesen vor hierbei drohenden Gefahren zu schützen. Im übrigen hat die Feuerwehr zur Rettung von Menschen und Tieren aus lebensbedrohlichen Zwangslagen technische Hilfe zu leisten. 

Die Jahre zwischen 1840 und 1860 waren in Deutschland und speziell in Württemberg die Gründungsjahre der heutigen Freiwilligen Feuerwehren.

Als Hilfeleistungsorganisation aus dem Ehrenamt heraus musste manche Hürde genommen werden, um da anzukommen, wo heute die Freiwillige Feuerwehr Meßstetten steht. Schon in früheren Jahrhunderten war das Feuerwehrwesen durch "Hochfürstliche Landesverordnungen", im 19. Jahrhundert dann durch "Königliche Verordnungen" geregelt. Die Aufgaben einer Feuerwehr beschränkten sich seiner Zeit auf die Brandbekämpfung und die Rettung von Mensch, Vieh und Mobiliar. Löscheimer, Leitern und Einreißhaken waren die bescheidenen Gerätschaften, die zur Verfügung standen.

Ende der 20 er Jahre des 19. Jahrhunderts wurde die erste Handdruckspritze angeschafft. Meßstetten wie alle Albgemeinden, war nicht mit Reichtum gesegnet, ja die Menschen waren bitterarm. Dennoch oder gerade deshalb war die Gemeinde in jeglicher Hinsicht auf die Unterstützung ihrer Bürger angewiesen. So herrschte der sinnvolle Brauch, dass wahrscheinlich nur die wohlhabenden Brautpaare, die einen Hausstand gründeten, einen Löschkübel zu spenden hatten. Auf dem ältesten Eimer jener Zeit, der heute noch im Feuerwehrmagazin seinen Ehrenplatz hat, prangt die Jahreszahl 1859. Selbstverständlich war es, dass die ledige Dorfjugend im Ernstfall eine Hilfsgruppe der Feuerwehr bildetet ( " ... durch der Hände lange Kette um die Wette fliegt der Eimer... " können wir etwa in Friederich Schillers "Glocke" lesen), um das Löschwasser von der Wasserentnahmestelle Hülbe, Talbrunnen, Zisternen oder Güllegruben bis zur Brandstelle, wo die eigentliche Feuerwehr die Flammen mehr oder weniger fachmännisch bekämpfte, zu bringen. Die "Feuerlöschgerätschaften" waren ab 1855 (von früheren Zeiten ist nichts bekannt) im Rathaus und im in der Farrenscheuer eingebauten "Schopf", neben Bahnschlitten und Pferdekarren, untergebracht. Ein Feuerwehrmagazin allein seinerzeit weder benötigt, noch sich leisten können. Am 24. April 1855 fasste der Gemeinderat den Beschluß: " es solle von heut` an jeder in die Gemeindekoroperation eintretende Neubürger zur Gemeindekasse zur Bestreitung der Löschgerätschaften einen Betrag von 2 Gulden zu geben verbunden sein". Die Farrenscheuer diente bis 1954 der Feuerwehr zur Unterbringung ihrer Gerätschaften. Die Schlagkraft der Wehr wurde erhöht, als im Jahr 1881 eine zweite, größere und modernere Saugfeuerspritze angeschafft werden konnte.

Die Leitung der Brandbekämpfungseinsätze oblag zu jener Zeit nach landesamtlicher Verordnung Verordnung dem Schultheiß. Ab 1885 wurde das Feuerwehrwesen nach militärischen Muster straffer organisiert und einem Kommandanten unterstellt. Dieser wurde, wie die Zugführer und Unterführer, von der Mannschaft frei und geheim gewählt, vom Gemeinderat bestätigt und vom königlichen Oberamt genehmigt. Nun wurden regelmäßig Übungen abgehalten. Von Meßstetten wissen wir, dass auch ein Mädchen vom 16. Lebensjahr an zum Wassertragen mit Butten und Kübeln "verpflichtet" wurden. Bei Übungen und natürlich im Brandfall mussten sie zur Stelle sein.

Ein Segen für die Gemeinde und Feuerwehr war 1888 die Albwasserversorgung, der sich Meßstetten in der Heubergwasserversorgungsgruppe anschloss. Sie brachte eine wesentliche Erleichterung für die Feuerwehr, die jetzt das Wasser hauptsächlich den in jeder Straße vorhandenen Hydranten entnehmen konnte. Jahrelang genügte so die 160 bis 180 Mann starke Wehr den Anforderungen der kleinen Heuberggemeinde.

Der 1. Weltkrieg und die schlimmen Nachkriegsjahre änderten vieles im gesellschaftlichen Leben der Gemeinde und somit auch an der bisherigen Ordnung der Feuerwehr. Im Frühjahr 1923 wurde sie neu organisiert. Von nun an erhob die Gemeinde eine allgemeine Feuerwehrabgabe. Aus diesen Mitteln beschaffte man für die noch 60 Mann reduzierte Wehr erstmalig einheitliche Uniformen und zusätzlich modernes Gerät. Ein Hornisten- und Spielmannszug war eine kulturelle Bereicherung für das Dorf. Große Freude herrschte, als die Wehr 1928 mit einer mechanischen Leiter und 1937 mit einer Tragkraftspritze ausgestattet wurde.

Nach dem 2. Weltkrieg musste wieder neu begonnen werden. Auf Anordnung der französischen Besatzungsmacht durfte die gesamte Wehr unter Kommandant Albert Heß nur noch aus 21 Mann bestehen. Das änderte sich erst wieder nach der Gründung der Bundesrepublik 1949. In den Jahren des allgemeinen Neubeginns erarbeitet sich die Meßstetter Feuerwehr einen hervorragenden Ausbildungsstand, was sich bei verschiedenen Brandfällen erwiesen hatte und was bei Hauptübungen immer wieder von Vertretern der Kreisverwaltung anerkannt worden war. Mit der Anschaffung eines neuzeitlichen Tanklöschfahrzeuges im Herbst 1958 erfüllte die Gemeindeverwaltung einen lang gehegten Wunsch der Freiwilligen Feuerwehr.

Ein Problem tauchte jetzt auf, konnte aber zufriedenstellend gelöst werden: Hatte das alte Magazin im Farrenstall schon längst nicht mehr den räumlichen Gegebenheiten genügt, so konnte die inzwischen bezogenen Räume unter der Turn und Festhalle durch einen Anbau erweitert werden. So konnte man sich getrost auf das 100-jährige Jubiläum, das am 20/21. Juni 1959, verbunden mit dem 5. Kreisfeuerwehrtag des Altkreises Balingen, zu einem herausragenden Ereignis wurde. Diese Fest war eine eindrucksvolle Demonstration modernen Feuerlöschwesens, verbunden mit einem historischen Festzug, bei dem auch eine Wehr aus Sulzberg (Österreich) mitwirkte. 

In der Folgezeit weitete sich das Aufgabenspektrum der Feuerwehr zunächst im Bereich der technischen Hilfeleistung und später in Aufgaben des Umweltschutzes aus. Um diesen zusätzlichen Anforderungen gerecht zu werden, bedurfte es zum einen einer entsprechenden Aus- und Fortbildung der Feuerwehrangehörigen, zum anderen war es aber auch notwendig, die erforderlichen Ausrüstungsgegenstände zu beschaffen. Dazu gehörte die Anschaffung eines neuen LF 16, das seine Leistungsfähigkeit gleich nach der Übergabe an die Wehr am 15. August 1964 bei einer Großübung unter Beweis stellen konnte. Des weiteren kamen ein Notstromaggregat, drei Atmungsgeräte, neue Schläuche, eine Tragkraftspritze, ein Sprungtuch und eine Rettungsschere hinzu. Auch wurde das Funkwesen planmäßig aufgebaut. Damit hatte die Freiwillige Feuerwehr einen hochmodernen Stand erreicht. Da lag es eigentlich auf der Hand, dass die Meßstetter Wehr zur Stützpunktwehr des Löschbezirks 3 Heuberg ernannt wurde, neben Balingen 1, Ebingen 2, Rosenfeld 4, und Tailfingen 5. Diese neue Aufgabe verlangte aber auch, dass der Nachwuchs der Wehr gesichert ist. Durch Aufrufe an die Jugend und durch Vorträge gelang es, am 6. Mai 1967 mit 11 Jugendlichen (14-17 jährig) den Grundstock für eine Jugendwehr zu legen, die seither aus dem Feuerlöschwesen nicht mehr wegzudenken ist und schließlich am 12. September 1982 vom Deutschen Feuerwehrverband offiziell als Jugendfeuerwehr anerkannt worden ist.

Aber auch ältere Feuerwehrleute werden nicht einfach in Pension geschickt. In früheren Jahren wurden sie nach ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Feuerwehrdienst für ihre Verdienste um das örtliche Feuerwehrwesen auf Antrag der Feuerwehr vom Gemeinderat zum Ehrenmitglied ernannt, das Engagement in der Feuerwehr war somit beendet. Nach dem kreisweiten Aufbau von organisierten Altersabteilungen wurde hiermit im Jahre 1991 auch in Meßstetten begonnen. Die Kameraden der Altersabteilung unterstützen die aktive Abteilung das ganze Jahr über bei der Wahrnehmung zahlreicher dienstlicher und kameradschaftlicher Anlässe und halten somit auch nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst die Verbindung zu ihrer Feuerwehr aufrecht. 

Ein bedeutendes Jahr für die Wehr war 1972. Ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 ergänzte die Ausstattung. Was für eine schlagkräftige Wehr eigentlich selbstverständlich und notwendig ist, nämlich alle Geräte und Fahrzeuge in einem Gebäude untergebracht zu haben, wurde am 10. September 1972 mit dem Umzug in das neue Domizil in der Hangergasse (ehemals Farrenstall) verwirklicht. Nebe der Feuerwehr war dort auch der Bauhof untergebracht. Die Gemeindereform machte für die Floriansjünger der einzelnen Teilorte eine engere Zusammenarbeit notwendig, die sich schon bei einer gemeinsamen Übung in Heinstetten mit der dortigen Wehr bestens bewährt hat. Am 19. April 1974 fand dann die erste gemeinsame Großübung der Feuerwehren der Gesamtgemeinde Meßstetten an der Fabrik der Firma German Götz in Meßstetten statt. das Zusammenwirken klappte in beeindruckender Weise. Vier Jahre später am 22. Februar 1978 schlossen sich die ehemaligen selbstständigen Wehren der einzelnen Ortsteile zur Gesamtwehr unter der Führung des Meßstetter Kommandanten Gotthilf Epler zusammen. Feuerwehren müssen in der Lage sein, auch bei Natur- und Ölkatastrophen sowie Verkehrsunfällen zu helfen. So seien beispielsweise erwähnt die Einsätze im Meßstetter Tal nach einem verheerenden Unwetter im  Sommer 1960 oder die Hochwasserkatastrophe im Schlichemtal am 24./25. Juni 1975 und der Einsatz in Ebingen beim großen Erdbeben am 3. September 1978.

Als weiterer Meilenstein bei der Modernisierung der Wehr wird heute noch die Anschaffung eines Drehleiterfahrzeuges (DL 30) bezeichnet, was mit einem großen Festakt am 15./16. Juni 1976 gefeiert wurde.

In der an Höhepunkten reichen Geschichte der Meßstetter Feuerwehr muss auch das 125-jährige Jubiläum der Wehr im Jahre 1984 hervorgehoben werden. Vom 6. bis 9. Juli feierte man diesen Anlass mit der Abnahme der Leistungsabzeichen, einem Festbankett, einer großen Schauübung, einem Festumzug mit 92 Feuerwehren und 11 Musikkapellen, einem bunten Abend sowie einem Kinderfest.

Mit der weiteren Ausdehnung der Aufgabengebiete stiegen auch die Anforderungen. Wegen der Stationierung eines Rüstwagens RW 1 für den Katastrophenschutz im Jahre 1985 musste das LF 16 TS in die frühere Postbusgarage in der Ebinger Straße ausgelagert werden, was aus einsatztaktischen Gründen als nicht besonders ideal bezeichnet werden konnte. Auch fehlte es an Abstellräumen für die Unterbringung von Ölbindemittel, Geräten und Alarmeinrichtungen sowie Werkstätten zur Reparatur von Ausrüstungsgegenständen. Der Mannschaftsraum für die Durchführung von Lehrgängen war zu klein, die sanitären Einrichtungen waren völlig unzulänglich. Im Jahre 1986 zog der städtische Bauhof aus dem Gebäude Hangergasse 74 aus. 

Damit ergaben sich für die Feuerwehr neue Perspektiven. Man einigte sich jedoch beim Umbau auf eine kleine Lösung, die nach Abzug der erheblichen Eigenleistungen durch die Feuerwehr mit ca. 90.000 DM zu Buche schlug. Man war nämlich mit der Stadtverwaltung übereingekommen, in naher Zukunft im Gewerbegebiet "Links der Hartheimer Straße" ein neues Feuerwehrhaus zu erstellen. Hierüber gibt es eine besondere Seite (Gebäude) auf unserer Homepage. 

Am Wochenende 4. bis 5. Juni 1988 konnte nach Fertigstellung des Umbaus, das Gerätehaus mit einem großen Fest mit "Tag der offenen Tür" eingeweiht werden.


 


 


 

Vom 03. bis 05. Juli 1987 fand der 5. Kreisjugendfeuerwehrtag in Meßstetten statt. Um bei technischen Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen  schneller und schlagkräftiger zu sein, wurde am 21.03.1989 ein Vorausrüstwagen beschafft und am 10./11.06.1989 mit einem fest eingeweiht.


 


 

Das Jubiläum 10 Jahre Jugendfeuerwehr Meßstetten am 24. Mai 1992 wurde zu einem nie erwartenden Erfolg. Mit dem Erwerb des neuen LF 16 TS am 26. November 1993 konnte der Standard der Wehr weiter erhöht werden. Die Einweihung fand am 24.04.1994 in der Turn- und Festhalle statt. Kurz vor Weihnachten des gleichen Jahres wurde in Eigenarbeit der Jugendraum ausgebaut sowie eine Kleiderkammer und eine Damentoilette eingerichtet. Die Übergabe des Einsatzleitwagens am 13. April 1997 wurde wieder einmal zu einem besonderen Ereignis, begangen unter anderem mit einem traditionellen Frühschoppen und einer Theateraufführung in der Festhalle. Zwei Gruppen der Feuerwehr erlangten am 13. Juni 1998 erstmals das Leistungsabzeichen in Gold in Haigerloch-Weildorf. Am 8.Juni 2002 erwarb man als erste Feuerwehr im Zollernalbkreis zusammen mit der Feuerwehr Winterlingen nach fast sechsmonatiger Vorbereitung das Bundesleistungsabzeichen in Bronze in Amberg/ Bayern. 

Im Laufe der Jahre zeigte sich recht schnell, das die Umbaulösung in der Hangergasse in der Tat nur ein Provisorium war, das den Erfordernissen einer schlagkräftigen, modernen und zukunfstorientierten Stützpunktfeuerwehr für den Verwaltungsraum Meßstetten nicht mehr gerecht werden konnte. Nach umfangreichen Planungsarbeiten erfolgte am 29. Juni 2000 der Spatenstich für den Neubau eines Feuerwehrhauses in der Alemannenstraße. 

Der Gemeinderat hatte bereits in seiner Sitzung vom 15. November 1996 die Weichen dafür gestellt. Den Spatenstich bezeichnete Bürgermeister Mennig als einen historischen Augenblick für die Freiwillige Feuerwehr Meßstetten. Am 24. November 2000 konnte das Richtfest gefeiert werden. Mit einem zweitägigen großen Fest über das Wochenende 06./07. Oktober 2001 wurde das neue Feuerwehrgerätehaus durch Bürgermeister Mennig offiziell seiner Bestimmung übergeben. Damit ging ein lang gehegter Wunsch der Stützpunktfeuerwehr in Erfüllung. Schließlich bezog die Abteilungswehr erstmals in ihrer 142-jährigen Geschichte eigens für ihren Zweck erstellte Räumlichkeiten. Das neue Feuerwehrgerätehaus präsentierte sich als stattliches und Ortsbild prägendes Gebäude an einem verkehrstechnisch hervorragenden Standort, der ein problemloses und schnelles Ausrücken der Einsatzkräfte ermöglichte. Fahrzeughalle, Nebenräume, der sogenannte Verwaltungstrakt und insbesondere auch der Schlauch-und Übungsturm bilden zusammen einen imposanten Raumkörper.In Zusammenhang von Planern, Ingenieuren, Gemeinderat, Verwaltung und Abteilungswehr wurden Räumlichkeiten geschaffen, die, einhergehend mit entsprechend technischer Ausstattung, den Anforderungen einer modernen Stützpunktwehr auch in Zukunft gerecht werden.


 


 


 


 

Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das weit überdurchschnittliche Engagement der Angehörigen der Abteilungswehr Meßstetten. In über 6.000 unentgeltlich geleisteten Arbeitsstunden wurden von ihnen durch die Ausführung ganzer Gewerke rund 280.000 DM Eigenleistung erbracht.


 

Mit Abholung eines neuen LF 16/12 im Jahr 2002 ging eine weiterer Wunsch der Wehr in Erfüllung. Eingeweiht wurde das neue Fahrzeug am 16.03.2003 wiederum mit einem Tag der offenen Tür sowie einem Frühschoppen. Wie gewohnt nahmen die Bevölkerung und die umliegenden Feuerwehren gerne und zahlreich am Fest der Meßstetter Feuerwehr teil.

Am 29. Juli 2006 war die Meßstetter Wehr damit beauftragt , den Wettbewerb zur Erlangung der Leistungsabzeichen Baden - Württemberg im Zollernalbkreis auszurichten. Auch die Wehr selbst nahm erfolgreich mit 2 Gruppen in der Stufe Bronze teil.

Nach über 30 Jahren wurde das im Jahr 1976 angeschaffte Drehleiterfahrzeug DL 30  im Jahr 2007 durch ein neues Fahrzeug ,eine DLA (K) 23/12 ersetzt.

Über das Wochenende 23./24. Juni 2007 wurde das neue Drehleiterfahrzeug offiziell an die Abteilungswehr Meßstetten übergeben . Zusammen mit dieser Übergabe feierte die Jugendwehr Meßstetten ihr 25-jähriges Jubiläum. Eine Selbstverständlichkeit für die Wehrleute ist es, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen. Dies gilt für jeden einzelnen. So nehmen regelmäßig Mitglieder der Wehr an Lehrgängen auf Standort-, Kreis- und Landesebene teil. Seit dem 12.12.1983 richtet die Feuerwehr Meßstetten selbst Grundausbildungs- und Truppführerlehrgänge für die Feuerwehrmitglieder der Raumschaft Meßstetten/Nusplingen/Obernheim aus. Ebenso besuchen Feuerwehrmänner aus anderen Gemeinden des Zollernalbkreises gerne die kompetent und interessant gestalteten Lehrgänge in Meßstetten.

Auch am gesellschaftlichen Leben nimmt die Feuerwehr aktiv teil, beispielweise bei den Stadtfesten oder bei der Pflege der Freundschaft  mit den französischen Partnerstädten Luynes und Savigne. Am 30. April 1997 wurde erstmal durch die Feuerwehr der Maibaum gestellt, jährlich werden die ausgedienten Christbäume eingesammelt. Des weiteren werden andere Vereine und Institutionen bei Verkehrsreglungs- und Absperrmaßen unterstützt. Zahlreiche Schulklassen, Kindergärten und Teilnehmer an den Ferienspielen der Stadt Meßstetten besuchen die Feuerwehr das ganze Jahr über das vielfältige Aufgabenspektrum.

Heute, im Jubiläumsjahr, besteht die Feuerwehr Abteilung Meßstetten aus 57 aktiven Feuerwehrangehörigen, 28 Mitgliedern in der Jugendfeuerwehr und 13 Mitgliedern in der Altersabteilung.

Zur Bewältigung der jährlich ca. 40 Brand- und Hilfeleistungseinsätzen stehen insgesamt 7 Fahrzeuge zur Verfügung. Man verfügt über eine eigene Atemschutzwerkstatt und eine Anlage zum Reinigen und Trocknen der Schläuche.

7 ehrenamtliche Gerätewarte sorgen für die Funktionstauglichkeit der Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände. Für die Ausbildung in den Wintermonaten, sowie für die Abhaltung der Grundausbildungs- und Truppführerlehrgänge verfügt man im Feuerwehrhaus über einen großen Schulungsraum mit entsprechend technischer Ausstattung.

Abschließend kann man ohne Übertreibung behaupten: Die Feuerwehr wurde im Laufe der letzten 150 Jahre vom Brandschützer zum Universalhelfer.